Der Künstler Alwin Dorok stellt sich die grundsätzliche Frage, was ein Bild zum Bild macht, bzw. was Malerei ist. Er kommt zu der Überzeugung, dass man jede Art von Malerei unabhängig von Inhalt oder Stil auf drei Elemente reduzieren kann: Form, Farbe und Duktus. Darüber hinaus versteht Dorok die Malerei als das Medium der Illusion.
Spätestens seit der Werkgruppe der Jumping Squares, 2006 bis 2017 kommt dem Quadrat mit seiner neutralen Form in seinem Werk eine zentrale Bedeutung zu.
In dieser Serie stellt Alwin Dorok das Quadrat auf die Spitze. Es wird zur Raute und gewinnt dadurch an Dynamik. Hier beginnt in seiner Malerei das Thema Quadrat und Rotationsbewegungen.
Seit 2016 geht Dorok in seinen Rostbildern ganz neue Wege. Das Quadrat steht jetzt im Zentrum seiner formalen Bildfindung. Es verdoppelt sich, steigert oder verkleinert sich progressiv, spiegelt sich in Positiv – Negativformen. Quadrate werden parallel verschoben, stehen in einem metrischen Verhältnis zu Nachbarflächen, werden gefaltet oder sie rotieren.
Auch die Farbe bekommt in diesen Arbeiten einen neuen Stellenwert. Im kompositorischen Spannungsfeld zu den Rostoberflächen verwendet Dorok die reinen Pigmente ganz konzeptionell. Es entstehen Serien in denen er Pigmentgruppen wie Kobalt-, Ultramarin-, Oxid-, Ocker- oder Erdpigmente in einem bestimmten Kontext zur Rostfläche stellt.
Es ist eine autonome Kunst aus Geometrie, Farbe und Material.
Alwin Dorok arbeitet z. Zt. an drei unterschiedlichen Werkgruppen: Rostbilder, Flächenteilungen und Papierarbeiten. In all diesen Serien geht es immer um formale Auseinandersetzungen mit dem Quadrat, dem Spannungsfeld zwischen Form und Fläche, sowie der Farbe an sich. All diese Serien bedingen sich stets gegenseitig.
